Allgemeingültigkeit

 

 

Ebenso wurden Sie gefragt, was Sie sofort nach der Vergewaltigung gemacht haben. Sie haben angegeben, dass Sie Ihre Kleidung verbrannt hätten. Sie wurden befragt, warum Sie sich nicht gleich danach gewaschen hätten. Dazu haben Sie angegeben, dass Sie zuerst Wasser hätten holen müssen und dieses erst erwärmen hätten müssen. Dazu muss angemerkt werden, dass alle Opfer nach einer Vergewaltigung einen dermaßen ausgeprägten Ekel und das Bedürfnis nach einer ausgiebigen Reinigung haben.

Dass ein Referent behaupten kann, alle Opfer einer Vergewaltigung müssen nach einem bestimmten Schema reagieren, von dem er irgendwann mal gelessen hat, auch wenn die Umstände diese Reaktion schwer möglich machen, ist offensichtlich absurd. Aber nicht in den Augen des BFA.

I waas es besser

 

Behauptungen bilden oft das Rückgrat der Bescheide. Hier eine statistische Meisterleistung ohne substantiierter Begründung, ob die Berechnungen auf den konkreten Asylwerber zutrifft oder nicht.

Hinsichtlich Ihrer familiären bzw. sozialen Kontakte in bzw. nach Afghanistan ist anzuführen, dass Sie selbst angeben über keine familiären Kontakte in Afghanistan verfügen. Sie geben an lediglich zu Ihrer in Pakistan verbliebenen Familie Kontakt zu haben. Die Behörde kann aber familiäre Anknüpfungspunkte in der Heimat nicht ausschließen, speziell im Lichte der für Afghanistan typischen Großfamilien, wo durchschnittlich mit 5 Kindern zu rechnen ist. Das heißt im Umkehrschluss, dass etwa 10 Onkel sowie Tanten väterlicherseits bzw. mütterlicherseits erwartbar sind und diese ebenfalls an die 5 Kinder hätten, was rund 50 Cousins/Cousinen ergäbe. Dass alle dies Familienangehörigen in Pakistan weilen, wird seitens der Behörde als nicht plausibel angesehen.